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Therapie

  1. Manche Patienten sind bereits älter und reagieren nicht mehr ganz so schnell. Das "GO!" wird häufig übersehen, erklärende Einwürfe des Therapeuten nimmt das Programm dann als Schall wahr. Wie soll ich reagieren?
    Das Problem tritt bei Patienten, die bisher nicht mit einem Computer gearbeitet haben oder bei Patienten mit beginnender Demenz auf. Erläutern Sie dem Patienten mehrfach, dass er bei „Go“ beginnen soll und geben Sie nonverbale Signale, zeigen Sie auf das „Go“ auf dem Bildschirm, wenn der Patient starten soll.
  2. Bei Patienten mit sehr rauer Stimme, bricht das Programm die Messung ab und gibt eine negative Rückmeldung. Was tun?
    Bei rauen Stimmen wechselt die Stimmfrequenz sehr stark und fällt aus dem von Ihnen vorgegebenen Mess- /Zielbereich des Patienten. Sie sollten versuchen, die Stimmqualität und Stimmstabilität des Patienten durch ihr Vorbild zu verbessern.
  3. Beim Hierarchischen Training wird der Schwierigkeitsgrad allmählich gesteigert. Wie steigert man nach Therapieabschluss den Schwierigkeitsgrad innerhalb der Patientenversion des Companions?
    Bei günstigem Therapieverlauf kann das Hierarchische Training bereits während der 4-wöchigen Therapie bis auf Satz oder Textebene gesteigert werden. Eine nachträgliche Veränderung der Ziele (targets) ist in der Patientenversion aber auch möglich. Dazu ändert der Therapeut in seiner Version die Ziele bei diesem Patienten und sendet ihm die neue targets.xml per Mail zu. Alternativ kommt der Patient noch einmal vorbei und der Therapeut spielt die Datei direkt ein (genaue Beschreibung im Handbuch).
  4. Soll bei den hohen / tiefen „Ahs“ der Ton im Glissando vom Anfangs- zum Zielton phoniert werden, oder sollte der Ton abgesetzt werden?
    Beide Möglichkeiten sind durchführbar. Man sollte diejenige wählen, welche dem Patienten individuell besser liegt.
  5. Wie finde ich die richtige Tonhöheneinstellung für meinen Patienten?
    Ermitteln Sie die mittlere Sprechstimmlage Ihres Patienten. Nutzen Sie diese als Startfrequenz. Von dieser sollten Sie die Grenzwerte der hohen und tiefen Ahs einschätzen. Nutzen Sie dazu auch den Vortest. Bei der Dreiländertagung der DGGP 2011 wurde eine Untersuchung vorgestellt, bei der der Median der Männerstimme bei c (132 Hz), der der Frauenstimmen bei g (196 Hz) angegeben wurde.
  6. Ich habe im Kurs gehört, dass bei einem Abstand von 30cm, die 90dB nicht überschritten werden dürfen. Ist dies bei einem Abstand von 50cm dasselbe?
    Ja - das Mikro ist entsprechend geeicht. Eine Lautstärke von 90 dB bei 50 cm ist schon sehr hoch. Manche Patienten versuchen mit Erfolg diese Grenze zu toppen. Das führt aber meist zu einer absolut nicht gewollten Verschlechterung der Stimmqualität. LAUT bedeutet nicht SCHREIEN!
  7. Bei den hohen und tiefen Ahs ist manchmal eine größere Lautstärke nötig, um eine klare Stimme zu erreichen. Die Lampe leuchtet dann rot. Kann ich die Lautstärke anpassen? Wieviel dB soll der Patient max. erreichen?
    Auch hier gilt LAUT, aber nicht zu laut. Wenn die Lampe kurz aufleuchtet, ist es kein Problem. Sie sollte aber nicht während der Ahs durchgehend leuchten. Eine Gefahr besteht manchmal darin, dass die Patienten ihre Stimme zu tief herunter drücken. Orientieren Sie sich an der mittleren Sprechstimmlage und gehen Sie max. eine Terz tiefer.
  8. Was bedeutet das rote Lämpchen in der Datenerhebung „Hohes Ah“?
    Wenn das rote Lämpchen aufleuchtet bedeutet dies, dass der Patient zu laut tönt.
  9. Die Angaben in Hz sind mir neu. Umfasst der Bereich 140 - 300 Hz ca. 2 Oktaven und sind dies Normwerte sowohl für Männer als auch für Frauen?
    Wir haben eine Tabelle / Tastatur zum Ablesen der Frequenz / Tonhöhe erstellt. Nutzen Sie diese für die Einstellung der Zielvorgaben (s. Benutzerhandbuch).
  10. Soll hier der Patient wirklich Fragen lesen und antworten oder ist es auch sinnvoll, eine Unterhaltung zw. P. und Th. aufzuzeichnen. Wie machen Sie das im Alltag?
    Die Fragen im Companion dienen als Anregung, in die Konversation zu kommen. Bei kommunikativen Patienten reicht dazu manchmal schon eine Frage. Bei eher „einsilbigen“ Patienten wird man mehr Fragen des Companions nutzen.
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